60 Jahre Edith-Stein-Gymnasium

„Eine familiäre Schule, in der jede ihren Platz hat und respektiert wird“

Es ist eine schwer zu beantwortende Frage: Wie positiv oder negativ ist es für ein Mädchen, ein Mädchengymnasium zu besuchen? Natalie Steger, ehemalige Schülerin des Edith-Stein-Gymnasiums, findet darauf eine einfache Antwort: „Es ist egal. Die Schule muss einfach gut sein – und das Edith-Stein-Gymnasium ist gut!“

Natalie Steger hat ihr Abitur im Jahr 1988 gemacht, heute ist sie Leiterin des ZDF-Studios in Warschau. Mit viel Wertschätzung hielt sie den Festvortrag anlässlich des 60jährigen Bestehens ihrer ehemaligen Schule. Sie tat das auch mit viel Humor – rief Erinnerungen an Ordensschwestern und Lehrer wach, die sie auf ihrem Lebensweg geprägt haben. „Der Unterricht ließ Fragen zu und hat sie sogar gefordert“, das ist eine ihrer bleibenden Erinnerungen. Bei einem vorherigen Rundgang durch das Haus habe sie festgestellt, dass sich baulich nicht viel verändert hat – „und trotzdem ist das ESG modern, weltoffen und tolerant“.

Ebenso positiv äußerte sich Monika Kabs, ebenfalls frühere Schülerin und heute als Bürgermeisterin in Speyer unter anderem für Schulen verantwortlich. Auch sie habe früher die Schule als einen „Ort, wo man Achtung und Respekt lernen konnte“, kennengelernt. Die Stadt sei dankbar für die vier Privatschulen in Trägerschaft der Gemeinnützigen St. Dominikus Schulen GmbH und betrachte sie als wertvolle Ergänzung, denn die kirchlichen Träger würden „Tradition und Fortschritt verbinden“. Die Schülerinnen des ESG, lobte Kabs, gehörten zu den ersten und engagiertesten Unterstützerinnen in der Flüchtlingsarbeit in Speyer, die Schule sei ein verlässlicher und engagierter Partner in der Erinnerungsarbeit und zeige großes Interesse an Patenschaften. „Edith Stein wäre zu Recht stolz auf Sie!“, schloss die Bürgermeisterin ihre Ansprache.

Auf die Namenspatronin gingen auch Weihbischof Otto Georgens und Sr. Gertrud Dahl ein, die Vorsitzende des Vorstands der St. Dominikus Stiftung Speyer. Edith Stein unterrichtete acht Jahre lang im Kloster St. Magdalena, wo das Edith Stein Gymnasium seine Wurzeln hat. Das Kloster war Trägerin der Schule, bis sie 2010 zur St. Dominikus Schulen GmbH kam. Da Edith Stein auch Patronin Europas ist, formulierte Sr. Gertrud den Auftrag der Schule so: Sie vermittle den Mädchen neben formaler Bildung die Voraussetzung, „dem eigenen Leben Richtung, Sinn und Ziel zu geben, damit sie ihren Teil beitragen können zu der Gestaltung des Landes, zu einem Europa der Zukunft und einer gerechteren Welt.“

Schulleiter Josef Lösch freute sich sehr über die vielen Anwesenden, welche die Schulaula füllten. Er verwies auf die frühen Wurzeln als „höhere Töchterschule und Internat“, und darauf, dass der Neubau vor 60 Jahren Maßstäbe setzte. Lösch lobte das Engagement und die Verbundenheit des Kollegiums mit der Schule und hob den hohen Anspruch hervor, das Erbe der Ordensschwestern weiterzuführen und das Leitbild mit Leben zu füllen – und all das in einer immer stärker säkularisierten Welt.

Wie gut der Spagat zwischen Tradition und Moderne funktioniert, das konnten am besten die Schülerinnen bezeugen. Sie taten es mit einem vielfältigen und kurzweiligen Rahmenprogramm, bestehend aus Musikbeiträgen von aktuellen und ehemaligen Schülerinnen sowie aus Tanzdarbietungen zu Musik und in Kostümen vergangener Jahrzehnte bis heute. Und auch die beiden Schülersprecherinnen Clara Werra und Cora Berger stellten der Schule zum Abschluss ein hervorragendes Zeugnis aus: Das Edith-Stein-Gymnasium sei eine „familiäre Schule, in der jede ihren Platz hat und respektiert wird.“

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